Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
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22.06.2006 / Feuilleton / Seite 12

Schluß mit knuffig!

Wenn Bären zu sehr Bruno heißen. Chronik einer Entniedlichung

Wiglaf Droste
Der im Grenzgebiet zwischen Österreich und Bayern umherziehende Braunbär hat sich zu einem medialen Dauerbrenner entwickelt. Das Tier, getauft als »JJ1« und seit Ewigkeiten der erste in Deutschland gesichtete Bär, bekam den nach Kinderbuch klingenden Knuffignamen »Bruno« verpaßt. Dieser »Bruno« aber benahm sich nicht so, wie es die Kitschwelt vorschreibt. Infamerweise lag er des Abends nicht Halma spielend mit Lamm und Reh- und Zicklein friedlich beieinander, sondern zog seiner Wege, mißachtete in Unkenntnis von Erfindungen wie Landes- und Zollgrenzen menschliche Gesetze und stillte, wenn es nötig war, seinen Hunger. Das kostete einige Schafe das Leben. Dem Bären kann man das nicht anlasten. Es ist seine Art, sich auch von Schafen zu ernähren, wenn er sie bekommen kann.

Der Ton, in dem über »Bruno« gesprochen wurde, änderte sich rasch. Nach der anfänglichen sentimentalen Sympathie für ihn, die auf einem vermenschelten Bärenbild beruhte, wurde er bald zur G...

Artikel-Länge: 6326 Zeichen

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