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02.10.1998 / Feuilleton / Seite 0

Die große Wurstgestalt

Aus Bayern-Sicht: Am 3. Oktober 1988 starb Franz Josef Strauß

Richard Oehmann

Es war ein lauer Vormittag im Herbst. Der Freistaatssender Bayern 3 dudelte ahnungslos Synthie-Klänge vor sich hin, die Zivildienstleistenden gingen andächtig ihrem Kartenspiel nach und freuten sich auf das Mittagessen, als eine Grabesstimme aus dem Radiogerät plötzlich mitten in die Idylle den Satz hauchte: »Franz Josef Strauß ist tot.« Einer der Zivis, der grobschlächtigste, ja bajuwarischste darunter, riß spontan die Arme hoch und rief triumphierend: »Jaaa, gebt's ma a Bier!« Die Feierlichkeiten konnten beginnen. So geschah es im oberbayerischen Kuhdorf Weilheim, mitten im Stammwahlkreis des Verstorbenen. Für den Rest des Arbeitstages spielte das Radio Trauermusik und ließ sich darin nur von medizinischen Detailangaben über des Verstorbenen klebrigen Körper unterbrechen, was den Jubel aber nur verstärkte.

Er, der Feind schlechthin, der unausstehlichste und zugleich kurzweiligste Kotzbrocken der Nachkriegsgeschichte, war dahin zurückgekeh...

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