31.05.2006 / Feuilleton / Seite 12

Das Gedächtnis der Stadt

Kein Geld, aber viel zu tun: Die Berliner Geschichtswerkstatt wird 25 Jahre alt

Angela Martin
Massenproteste gegen Atomkraftwerke, Demonstrationen gegen den NATO-Doppelbeschluß zur Stationierung von Atomraketen, die Gründung der damaligen Antiparteien-Partei »Die Grünen«, Bürgerinitiativen gegen den Bau von Straßen und Flughäfen und der Beginn der Hausbesetzerbewegung – das sind nur einige Schlagworte, um die Atmosphäre zu beschreiben, in der die Geschichtsbewegung der BRD entstand. Außerhalb der etablierten Parteien, aber auch in Abgrenzung von der 68er-Bewegung, entwickelte sich ein neues politisches Selbstverständnis, dem es weniger um große Theorien ging als vielmehr um den eigenen, oft bedrohten Lebensraum. Gleichzeitig begann man auch dessen Geschichte zu erforschen: die Vergangenheit des Dorfes, der Straße oder des Stadtquartiers, in dem man lebte.

Als die Berliner Geschichtswerkstatt e.V. (OGW) Ende Mai 1981 im Kreuzberger Mehringhof gegründet wurde, verstand sie sich als Teil dieser neuen sozialen Bewegungen. »Es ging uns um ein demokrati...

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