10.05.2006 / Thema / Seite 10

Mit zweierlei Maß

Eine vielbeachtete Buchveröffentlichung aus dem Hause Birthler beschäftigt sich mit Naziverbrechern in der DDR. Ehemalige Mitarbeiter des MfS setzen sich gegen die erhobenen Vorwürfe zur Wehr

Detlef Joseph
Mit dem pejorativen Schlagwort eines angeblich verordneten Antifaschismus ist der gelebte Antifaschismus der DDR seit Jahren diskreditiert und diffamiert, kurz delegitimiert worden. Und seit Jahren müht man sich, den von der DDR unter anderem mit dem »Braunbuch Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik und in Westberlin« (Berlin/DDR 1965 und weitere Auflagen) geführten Beweis einer unvollendeten Entnazifizierung in der BRD zu widerlegen. Dem Nachweis, daß nazistisch Belastete selbst in verantwortlichen Stellungen ungehindert amtieren konnten, versuchte man auch dadurch zu begegnen, daß man auf »Nazis in Pankows Diensten« verwies. Pankow, ein Stadtteil von Berlin, galt den Westdeutschen als Synonym für die Herrschenden in der DDR, die dort anfangs wohnten. Tatsächlich übten ehemalige Nazis auch in der DDR nicht nur nebensächliche Funktionen aus. Nur handelte es sich um Menschen, deren inzwischen antifaschistische Gesinnung durch entsprechendes Hande...

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