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02.05.2006 / Inland / Seite 15

Trend zu Tarifflucht

Neue Studie der Hans-Böckler Stiftung belegt rasante Erosion der Flächentarifverträge. Gegenstrategie der Gewerkschaft nicht in Sicht.

Matthias Becker
Den deutschen Gewerkschaften bläst der Wind ins Gesicht. Immer schwerer fällt es ihnen, verbindliche Flächentarifverträge durchzusetzen. »In Deutschland findet eine grundlegende Umwälzung des Tarifgefüges statt«, sagte Reinhard Bispinck, Leiter des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialpolitischen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung bei der Vorstellung des »Tarifhandbuchs 2006« in der vergangenen Woche in Berlin.

Alle Branchen betroffen

»Die heile Welt des Flächentarifvertrags« sei Vergangenheit, so Bispinck. Immer weniger Menschen in Deutschland werden anhand der Abschlüsse zwischen Unternehmerverbänden und Gewerkschaften bezahlt. Laut den für 2004 erhobenen Zahlen im aktuellen Tarifhandbuch gelten Flächentarife nur noch für 53 Prozent der Beschäftigten in Ostdeutschland und für 68 Prozent im Westen. Noch deutlicher wird der Trend zur Tarifflucht, betrachtet man die Zahl der Betriebe mit Tarifbindung: Im Westen sind es 43 Prozent, im Osten gar n...

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