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24.04.2006 / Feuilleton / Seite 12

Furchtbares Wimmern

Vor hundert Jahren starben in Courrières mehr als 1000 Bergarbeiter. Eine Wanderausstellung im Ruhrgebiet erinnert an das Grubenunglück

Florian Neuner

»Wir sind verbrannt, erschlagen/Im Schachte, wir erlagen/Der Elemente Wut./Ihr aber habt’s verschuldet,/Habt die Gefahr geduldet,/Auf euch komm’ unser Blut!« Diese Anklage formulierte der Bochumer Arbeiterdichter Heinrich Kämpchen unter dem Eindruck einer Schlagwetterexplosion, bei der auf der Zeche Radbod bei Hamm im November 1908 mehr als 300 Bergleute ums Leben kamen. Sogenannte Massenunglücke begannen sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu häufen, als die Bergwerke immer größer wurden, als immer tiefer gegraben wurde. Die erste Schlagwetterkatastrophe im Ruhrbergbau forderte 1868 in Bochum-Langendreer 81 Todesopfer.

Den toten Bergleuten wurden an Kriegerdenkmäler gemahnende Gedenksteine errichtet, sie waren Helden, die in »treuer Pflichterfüllung« ihr Leben verloren hatten. Die Unternehmer sorgten derweil für eine gelenkte »Spezialberichterstattung« in den Zeitungen, nur sehr zögerlich wurde an einer ernsthaften Verbesser...

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