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25.03.2006 / Inland / Seite 15

Keine Ehrengarde

Vor 60 Jahren Urabstimmung gegen die Vereinigung von SPD und KPD. Einige Organisatoren fanden keinen Platz in der guten sozialdemokratischen Tradition.

Mark Altten
Am 31. März 1946 – also vor nunmehr 60 Jahren – entschied sich ein Teil der Berliner Sozialdemokraten in einer Urabstimmung gegen eine sofortige Vereinigung mit der KPD. Seit sechs Jahrzehnten erfreut sich das Votum immer neuer Interpretationen. Walter Momper, rot beschalter Abgeordnetenhauspräsident meinte dazu vor nicht allzu langer Zeit: Diese Urabstimmung gehöre »zu den wichtigsten Weichenstellungen der Berliner Nachkriegsgeschichte, die der Blockade und der Luftbrücke voranging. Man stelle sich vor, wie die politische Entwicklung verlaufen wäre, wenn damals auch in den Westsektoren Berlins die KPD die SPD ›in den Griff bekommen‹ und ›geschluckt‹ hätte, was ja ohne Zweifel das strategische Ziel der angestrebten Fusion war. Die Westalliierten hätten dann auf ihrem Territorium die ›Sozialistische Einheitspartei‹ stalinistischer Prägung als bestimmende politische Kraft in Stadtverordnetenversammlung und Magistrat gehabt.« Momper ist ein ehrlicher Mann un...

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