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30.01.2006 / Feuilleton / Seite 12

Tanz den Adolf Hitler

Henryk M. Broder und Abi Melzer im Antisemitismusstreit

Klaus Bittermann

Abraham Melzer ist ein Verleger aus Neu-Isenburg. Sein Vater betrieb den berühmten Melzer-Verlag, einen Judaica-Verlag, der in den 60er Jahren ins Trudeln geriet und dann vom späteren März-Verleger Jörg Schröder mit dem Softporno »Geschichte der O.« wieder flottgemacht wurde. Im Gegensatz zu seinem Vater sind »Abi« Melzers Qualitäten als Verleger bescheiden. Auf sein Konto gehen u. a. ein schlechter Reprint einer schlecht übersetzten Poe-Gesamtausgabe, die aktuellen Schriften des durchgeknallten Rupert Neudeck, Ted Honderichs vom Suhrkamp Verlag aussortiertes Buch, in dem es heißt, »daß die Palästinenser mit ihrem Terrorismus gegen die Israelis ein moralisches Recht ausüben«, und »Das Ende des Judentums« des Auschwitz-Überlebenden und in den Niederlanden wohnenden Juden Hajo Meyer, der den Massenmord der Nazis als »Laune der Geschichte« bezeichnete.

Aus welchen undurchsichtigen Profilierungsgründen auch immer vollzog Melzer eine politische Kehrtwende u...

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