Der Schwarze Kanal
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25.01.2006 / Feuilleton / Seite 13

Der kleine und der böse Mann

Hannes Heer analysiert die Umdeutungsversuche, durch die Hitler zum einsamen Alleintäter gemacht werden soll

Kurt Pätzold

Die Betrachtungsweise, die Faschismus und Zweiten Weltkrieg einem Urheber und Alleinverantwortlichen zuordnet, kam in Deutschland auf, kaum daß die Waffen der Streitkräfte schwiegen. Nun wurden andere Instrumente für einen anderen Krieg in Stellung gebracht. Ein Kampffeld lag schon im Herbst 1945 im Nürnberger Justizpalast, in dem die angeklagten Hauptkriegsverbrecher erklärten, sie seien von Hitler getäuscht, irregeführt, hintergegangen, für die Verwirklichung seiner einsamen Entschlüsse ausgenutzt worden. Sie versuchten, sich als Opfer darzustellen. Hannes Heers »Hitler wars« handelt von der aktuellen Rückkehr zu dieser Mißdeutung der historischen Zusammenhänge, die ja nie ganz aus dem geistigen Felde der Deutschen geschlagen wurde.

Der Organisator der (ersten) Wehrmachtsausstellung legt eine aktuelle Bestandsaufnahme vor, von der freilich kein kritischer Zeitgenosse glauben wird, daß sie die Zentrierung aller geschichtlichen Verantwortung und Schuld...

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