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06.01.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

Kron- und andere Zeugen

Wie die ARD versucht, die Geschichte des Kalten Kriegs umzuschreiben: Medienwirbel um einen »Dokumentation« genannten Film zur Ermordung John F. Kennedys

Gerd Schumann

Getroffen von mehreren Kugeln starb am 22. November 1963 John Fitzgerald Kennedy, der 35. Präsident der USA. Als Schütze festgenommen wurde Lee Harvey Oswald. Bisher galten im wesentlichen zwei Erklärungsvarianten als einigermaßen seriös. Die erste: Oswald war ein fanatischer Einzelgänger; die zweite: Es gab eine von der CIA angeleitete Tätergruppe. An letztgenannte Version glaubte spätestens seit Oliver Stones Film »JFK« über die Hälfte der US-amerikanischen Bevölkerung. Neben den Indizien zur Tat selbst implizierte sie schlüssige Motive für die Beseitigung des Präsidenten: Kennedy wollte nicht nur seine aggressive Haltung gegenüber Kuba überprüfen, was ihm den Zorn der Exilkubaner einbrachte, sondern auch von Vietnam die Finger lassen. Nun, 42 Jahre danach, fordert das erste deutsche Fernsehen, die Geschichte des Kalten Kriegs müsse umgeschrieben werden – nicht mehr und nicht weniger behauptet zumindest der Filmemacher Wilfried Huismann zu Beginn ...

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