12.12.2005 / Feuilleton / Seite 12

Der zwölfte Zwölfte Achtzig

Kinder, Kinder, so schön war die Zeit, als die Autonomen geboren wurden

Dr. Seltsam

»Der Zwölftezwölfte war in meinem Leben der Dosenöffner; innerhalb kurzer Zeit bekam ich sowohl eine klare Richtung als auch einen Raketenantrieb verpaßt.« So beschreibt eine Aktivistin diesen ersten Kreuzberger Kampftag in dem Szenereader »Autonome in Bewegung« der AG Grauwacke (d.i. Pflasterstein-Material). »Ich lernte den Unterschied zwischen Reden und Tun, zwischen Zuschauen und Mitmachen. Die Explosion der (alltäglichen) politischen Bemühung zur machtvollen Bewegung, die mich gleichzeitig sozialisierte, war etwas, was vermutlich so nur einmal im Leben passiert.«

Es gab schon Anzeichen, daß das Jahr 1980 in Berlin nicht so friedvoll enden würde, wie es der korrupte SPD-Senat (Garski-Affäre u.a.) erträumte. Bereits am 6. Mai hatte es in Bremen eine neuartige Randale gegen das Rekrutengelöbnis im Bremer Weserstadion gegeben, dessen Ausgang wegen der unerwarteten Militanz der jungen schwarz vermummten Angreifer als linker Sieg gewertet wurde. Dasselbe...

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