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06.12.2005 / Feuilleton / Seite 12

In die Oper

Sex ist in jedem politischen System ein Problem: Dagmar Herzog hat eine Geschichte der Sexualität in Deutschland seit 1933 geschrieben

Markus Mohr

In der DDR ging es grundsätzlich zu. 1972 wurde in der Frauenzeitschrift Für Dich der »fundamentale Unterschied zwischen Sozialismus und Kapitalismus im Umgang mit der Sexualität« erklärt. Im Westen würden die Frauen darauf reduziert, »Lustobjekt des Mannes« zu sein, der »Klassenfeind« sei sogar dazu bereit, »Sexbomben (als) Mehrzweckwaffe gegen die Gleichberechtigung« einzusetzen. Zudem diene diese Manipulation dazu, die Menschen von »Napalm und Hunger ... Ausbeutung und Unterdrückung« abzulenken. Im Sozialismus hingegen gehe es um »Lebensfreude« in all ihren Dimensionen. Der Sozialismus wisse, daß »sinnliche Genußfähigkeit ... erotische Heiterkeit und glückliche Zweisamkeit« gerade nicht aus sich selbst heraus entstünden, sondern immer verbunden seien »mit allem, was uns aufregt und anregt in der Welt, die wir verändern, und die es der Liebe so erst möglich macht, sich in aller Schönheit zu entfalten«. Auch aus diesem markanten Gedanken schlußfolgert di...

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