05.12.2005 / Feuilleton / Seite 15

Kuriose Argumentation

Wer es noch nicht wußte: Die Linke hat Weimar beseitigt

Thomas Wagner

Das jüngste Buch von Riccardo Bavay »Von links gegen Weimar« wartet mit der keineswegs originellen These auf, die Machtübernahme der Nazis sei ohne die unfreiwillige Schützenhilfe der »extremen Linken« unwahrscheinlich gewesen. Der kommunistische, linkssozialistische und anarchistische Antiparlamentarismus müsse im Rückblick als »eine notwendige Prämisse« für das Scheitern des Weimarer Staates betrachtet werden. Die »Hauptverantwortung« trügen die auf »radikale Systemüberwindung« zielenden Bewegungen der »politischen Extreme« mit »ihrem tödlichen Klammergriff.« Kaum jemand habe vom antiparlamentarischen Denken so profitiert wie Adolf Hitler. So weit, so schlecht. Erschreckend ist jedoch vor allem, wie abenteuerlich und kurzschlüssig Bavay argumentiert. Die »extreme Linke«, fabuliert der 1976 geborene Nachwuchshistoriker, habe durch die Rätebewegung eine »Angst vor dem offenen Bürgerkrieg« geschürt, die schließlich »für den Untergang Weimars mit verantwort...

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