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24.11.2005 / Ausland / Seite 7

Mißglückte Abwiegelung

Der von den USA im Irak eingesetzte weiße Phosphor ist angeblich keine Chemiewaffe. 1991 sah das Pentagon das noch ganz anders

Rainer Rupp

Unter Einschaltung namhafter Militärexperten und bekannter Zeitungen, einschließlich der New York Times, laufen in den USA derzeit Bemühungen, den politischen Schaden durch den Einsatz von weißem Phosphor (WP) in Irak zu begrenzen. Dabei wird behauptet, daß WP gar keine chemische Waffe sei. Inzwischen aber haben Recherchen ergeben, daß das Pentagon im Jahre 1991 in seinen eigenen Berichten die Benutzung von weißem Phosphor durch irakische Truppen gegen kurdische Aufständische als »Chemiewaffeneinsatz« bewertet hat. Als erster hatte der italienische Journalist Sigfrido Ranucci am Dienstag auf diese Tatsache hingewiesen und den Amerikanern folgerichtig Scheinheiligkeit vorgeworfen.

Sigfrido Ranucci hatte in einem Fernsehbericht auf dem Sender RAI-24 am 8. November den Ein...

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