05.11.2005 / Inland / Seite 4

Kritischer Theologe abserviert

Bundesverwaltungsgericht segnet Versetzung eines Göttinger Hochschullehrers wegen Abkehr vom Christentum ab

Reimar Paul

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat in letzter Instanz die Klage des evangelischen Theologieprofessors Gerd Lüdemann gegen seine Zwangsversetzung durch die Göttinger Universität abgewiesen. Der 59jährige Hochschullehrer, der sich vom Christentum abgekehrt hat, darf nicht auf seinen früheren Lehrstuhl für Neues Testament zurück, entschieden die Bundesrichter am Donnerstag nachmittag (Az. BVerwG 2 C 31.04).

Das Gericht verwies zur Begründung darauf, daß Professoren einer theologischen Fakultät ein konfessionsgebundenes Amt ausübten. Dafür sei nur geeignet, wer das entsprechende Bekenntnis habe. Im vorliegenden Fall hätten die evangelische Kirche, die Theologische Fakultät sowie Lüdemann selbst festgestellt, daß es keine gemeinsame Grundlage mehr gebe.

Lüdemann ist seit 1983 Professor in Göttingen. Mit Verweis auf seine Forschungen begann er Mitte der 90er Jahre, sich von wesentlichen Glaubensgrundsätzen des Christentums loszusagen. In ...



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