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19.10.2005 / Feuilleton / Seite 12

Beherrscht, unterdrückt, verlassen

Emig-Könning inszenierte in Greifswald »Prinzessinnendramen« von Elfriede Jelinek

Stefan Amzoll

Das Unternehmen ging leider schief. Christina Emig-Könning ist eine vitale Regisseurin. Noch ihre Jelinek-Arbeit, die auf der Dachbühne im Theater Vorpommern geboten wird, verrät es. Zumindest teilweise.Warum sie den Text annahm? Keiner weiß es. »Prinzessinnendramen« ist aufgepumpt mit Abstrakta. Der Mensch ein Kretin. Der Mann Herrscher und Unterdrücker, die Frau, beherrscht, unterdrückt, verlassen, aber sexbesessen. Eine Art blutiger Feminismus. Das linguale Elend verwebt mit Splittern aus Märchen, dem, was Eltern gern adressieren, damit ihre Schäfchen weniger Krieg spielen. Jelinek kehrt das um: Ihre Märchenmotivik schafft aus Gesichtern Fratzen, aus Menschensprache die paralinguistische Hölle. Humana mundi eine Kotzwelt, beherrscht von impotenten Männern, die permanent ficken und saufen und schlagen und würgen und schlachten und schreien und treten und stöhnen und lallen und t...

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