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12.10.2005 / Ausland / Seite 3

Folterer vor Gericht

Dutzende Polizisten und Ärzte sollen während der G-8-Proteste in Genua 2001 Demonstranten mißhandelt haben. Ab heute stehen sie vor Gericht

Damiano Valgolio, Mailand

Am Eingang der Kaserne wartet ein Spalier von Polizisten, die sich selbst »Empfangskomitee« nennen. Wenn neu eingelieferte Gefangene zwischen den Uniformierten hindurch laufen, werden sie geschlagen und bespuckt. Dem Italiener Giuseppe A. werden danach von den Carabinieri nacheinander drei Finger gebrochen, später wird Tränengas in seine Zelle geschossen. Einem jungen Franzosen werden seine Rastazöpfe abgeschnitten und als Trophäen verteilt. Anna K. verliert mehrere Zähne, sie wird mit gebrochenem Unterkiefer in eine Zelle geworfen und ausgelacht. Auch eine Mitarbeiterin der Tageszeitung junge Welt wird verhaftet und mißhandelt.


Abu Ghraib in Genua

Schauplatz ist nicht das irakische Abu Ghraib oder Santiago de Chile, sondern Norditalien. Die blutigen Details stammen aus der mehrere tausend Seiten starken Anklageschrift der Staatsanwaltschaft von Genua. Am heutigen Mittwoch beginnt in der ligurischen Hafenstadt der Prozeß gegen 45 Ärzte, Poliziste...




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