Der Schwarze Kanal
Gegründet 1947 Montag, 16. September 2019, Nr. 215
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08.10.2005 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Korruption als Produktivkraft

Der schwarze Kanal

Werner Pirker

Korruptionsvorwürfe würden mitunter einer »modernen Hexenjagd« ähneln, liest man im Handelsblatt. Eine vorurteilsfreie Diskussion darüber scheitere an der »political correctness«. Roland Tichy läßt es sich dennoch nicht nehmen, seine Leser über Vor- und Nachteile der Korruption aufzuklären.

Dabei räumt er ein, daß in manchen Staaten die wirtschaftliche Entwicklung durch Korruption blockiert werde. Andererseits würden besonders korruptionsanfällige Länder wie China, Indien und Rußland die höchsten Wachstumsraten aufweisen. Die Erklärung dafür: »In besonders korrupten Systemen sind Bestechungen von Bürokraten und Machthabern unumgänglich, um überhaupt unternehmerische Aktivität entfalten und aufrechterhalten zu können.«

Da stellt sich allerdings die Frage: Läßt das besonders korrupte System den Unternehmern keine andere Wahl als die Korruption oder ist das System gerade deshalb besonders korrupt, weil sich Bürokraten und Machthaber von Unternehmern ...



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