08.10.2005 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Korruption als Produktivkraft

Der schwarze Kanal

Werner Pirker

Korruptionsvorwürfe würden mitunter einer »modernen Hexenjagd« ähneln, liest man im Handelsblatt. Eine vorurteilsfreie Diskussion darüber scheitere an der »political correctness«. Roland Tichy läßt es sich dennoch nicht nehmen, seine Leser über Vor- und Nachteile der Korruption aufzuklären.

Dabei räumt er ein, daß in manchen Staaten die wirtschaftliche Entwicklung durch Korruption blockiert werde. Andererseits würden besonders korruptionsanfällige Länder wie China, Indien und Rußland die höchsten Wachstumsraten aufweisen. Die Erklärung dafür: »In besonders korrupten Systemen sind Bestechungen von Bürokraten und Machthabern unumgänglich, um überhaupt unternehmerische Aktivität entfalten und aufrechterhalten zu können.«

Da stellt sich allerdings die Frage: Läßt das besonders korrupte System den Unternehmern keine andere Wahl als die Korruption oder ist das System gerade deshalb besonders korrupt, weil sich Bürokraten und Machthaber von Unternehmern ...



Artikel-Länge: 4036 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe