Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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22.09.2005 / Thema / Seite 10

Gefoltert in Abu Ghraib

Das Bild des gemarterten Haj Ali Al-Qaisi ging im April 2004 um die Welt. Erstmalig schildert er seine Leidensgeschichte

Lars Akerhaug

»Sie stellten mich auf eine Kiste, mit einem Umhang über den Kopf und den Armen seitlich ausgestreckt. Sie sagten, sie würden mir Stromschläge verpassen. Ich glaubte ihnen nicht. Dann nahmen sie zwei Drähte und stießen sie in meinen Körper. Ich dachte, meine Augäpfel würden aus ihren Höhlen treten. Dann fiel ich zu Boden.«

Das ist die Geschichte von Haj Ali Al-Qaisi, dessen Bild mit der Kapuze um die Welt ging, als die Fotos aus Abu Ghraib die Öffentlichkeit schockierten. Bevor er den US-Amerikanern in die Hände fiel, war Ali ein Muchtar, d. h. ein Dorfvorsteher, in seinem Dorf, in der Gemeinde Abu Ghraib. Er unterrichtete in Moscheen, erntete Datteln und bewachte einen Parkplatz neben der Moschee des Dorfes.

Heute ist Haj Ali keine furchterregende Gestalt. Ein herzlicher Mann, bei dem man sich kaum vorstellen kann, wie ihn das schreckliche Schicksal der Folter in Abu Ghraib ereilte.

»Meine Probleme mit den Amerikanern begannen, als ich ein Stück Land ...





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