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15.08.2005 / Feuilleton / Seite 12

N.N.

Uruguay sucht die Gebeine der »verschwundenen« Schwiegertochter von Juan Gelman. Ein dürftiges, spätes Bekenntnis zum Staatsterrorismus

André Dahlmeyer

Seit mit dem Arzt Tabaré Vázquez erstmals ein Präsident der Linken das Land am Río de la Plata regiert, erhofft man sich in Uruguay alles Mögliche, darunter die Auseinandersetzung mit der Militärdiktatur, die ja nun auch schon 20 Jahre »zurückliegt«.

Am vergangenen Mittwoch fand im Amtssitz des Präsidenten eine historische Pressekonferenz statt. Die versammelten Journalisten und -innen trauten ihren Augen und Ohren nicht. In militärischem Fummel lungerten die Kommandeure des Heeres (Angel Bertolotti), der Luftwaffe (Enrique Bonelli) und der Marine (Tabaré Daners) an den Flanken des Präsidenten, der sich letztlich zum Sprachrohr nichts bereuender Kriegsverbrecher aufmandelte. Er zitierte aus einem Papier, das ihm bereits am Montag von den Streitkräften übergeben worden war.

Das Konvolut hat drei Kapitel und enthält einigen Sprengstoff. Zum einen wird uneinsichtig gerechtfertigt, »warum« die Streitkräfte Anfang der 70er einen Krieg zur »Aufstandsbek...



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