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13.08.2005 / Thema / Seite 10

Der Name der Rose

Oder wie Päpste sich verrätseln

Hans Heinz Holz

Am 9. Oktober 1958 starb Pius XII., der religionspolitisch reaktionärste Papst des 20. Jahrhunderts. Weltpolitisch war er von der Idee des Kreuzzugs gegen den Kommunismus besessen. Auf der Höhe seines Wirkens hatte er die Auffassung verkündet, die Menschen möchten lieber in einem Atomkrieg zugrunde gehen und ihre Seele retten, als dem Kommunismus anheimfallen. Sein Rigorismus stürzte die katholische Kirche in eine tiefe Krise.

Überraschend wurde am 28. Oktober 1958 ein Außenseiter, der Patriarch von Venedig, Giuseppe Roncalli, zum neuen Papst gewählt – ein populärer Seelsorger, im diplomatischen Dienst der Kirche erfahren und zugleich ein gelehrter Kirchenhistoriker. Er nannte sich Johannes XXIII.

Ein skandalon! Der Name war 500 Jahre lang tabu. Es gab schon einmal einen Johannes XXIII., von 1410–1415, der wegen Lasterhaftigkeit vom Konzil zu Konstanz seines Amtes enthoben wurde. Die Erinnerung an ihn als einen unheiligen Gegenpapst ist aus der kirchlic...



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