12.08.2005 / Feuilleton / Seite 15

Wie Rotwein und Honig

Frauenliebe gegen Zwangsheterosexualität. Luise Pusch und Joey Horsley stellen sieben lesbische Paare vor

Cristina Fischer

Die feministische Gemeinde merkt auf, wenn ein neues Buch der Sprachwissenschaftlerin Luise Pusch erscheint. »Nach der Trilogie ›Schwestern, Töchter, Mütter berühmter Männer‹ schien es uns Zeit für ein Pendant über Beziehungen zwischen Frauen: ›Schwestern, Töchter, Mütter berühmter Frauen‹. Anfangen aber wollten wir mit einer neuen Kategorie: Liebesbeziehungen«, erklärt sie im Nachwort des vorliegenden Bändchens.

Beziehungen zu bedeutenden Männern sicherten Frauen meist Eingang in die traditionelle Geschichtsschreibung. Partnerschaften zwischen Frauen jedoch wurden »nicht ernst genommen und blieben »oft unsichtbar«, so die US-amerikanische Germanistin Joey Horsley. Schuld daran sei eine Kultur der »›compulsatory heterosexuality‹ oder Zwangsheterosexualität« – oder eben »Heterror«, wie Luise Pusch polemisch zuspitzt. Dabei waren »romantische Freundschaften« zwischen bürgerlichen Frauen bis Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur akzeptiert, sondern wurden s...

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