11.07.2005 / Ausland / Seite 3

3 287 Tote klagen an

In Belgrad tobt der Kampf um die Interpretation von Srebrenica. Die »Genozid«-Version wird vom Westen gesponsert

Jürgen Elsässer, Belgrad

So viel Srebrenica war nie. Zum heutigen zehnten Jahrestag der Einnahme der ostbosnischen Stadt durch serbische Truppen hat das Thema auf dem gesamten Balkan Hochkonjunktur, natürlich auch in Belgrad. Seitdem ein Video mit der Erschießung von sechs muslimischen Kriegsgefangenen Anfang Juni im Haager Prozeß gegen Slobodan Milosevic gezeigt und – absichtlich fälschlich – in einen Zusammenhang mit Srebrenica gebracht wurde (siehe jW vom 8. Juni), tobt ein heftiger Meinungskampf in der Öffentlichkeit.

Serbische Opferliste

Den bisher stärksten Eindruck hinterließ eine Beilage der größten serbischen Tageszeitung Vecernje Novosti vom 30. Juni: Auf insgesamt 16 deprimierenden Seiten findet sich eine Aufstellung aller serbischen Opfer in Srebrenica in den Bürgerkriegsjahren 1992 bis 1995. Insgesamt 3 287 Personen sind mit Vor- und Nachnamen, Name des Vaters und Alter angegeben. Damit wurde der Propaganda des Westens, die Srebrenica als serbischen Völkermord...



Artikel-Länge: 4732 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe