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02.07.1998 / Inland / Seite 0

Bestwood: Der Betrieb wird besetzt

Ein Jahr Kampf - die Hoffnung starb zuletzt (Teil V)

Andreas Ciesielski

Am 31. Juli 1996 werden Stühle vor das Tor gerückt, die erste Besetzerschicht sperrt die Einfahrt zum Faserplattenwerk. Keiner soll rein. Die Anteilnahme der Ribnitzer an der Besetzung ist riesengroß. Jedes dritte Auto, das den Körkwitzer Weg befährt, hält und bringt etwas zu essen oder Geldspenden. Die Menschen wissen: Stirbt Bestwood - dann stirbt die ganze Region. Die Besetzer richten sich auf eine längere Aktion ein. Die zuständige EU-Kommission hat Sommerpause und wird erst im September wieder zusammentreten.

Die Belegschaft beschließt, jeden Montag eine Versammlung und eine Demonstration in Ribnitz durchzuführen. Die Vertreter aller Parteien beeilen sich, den Besetzern ihre Solidarität auszudrücken, doch es geschieht vorläufig nichts: Auch das Parlament hat Sommerpause. Am 2. September, dem 34. Tag der Besetzung, soll die Demonstration in der evangelischen Kirche enden. Es ist dieselbe Kirche, die im Herbst 1989 ihre Tore für Demonstranten öffne...

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