11.06.2005 / Inland / Seite 4

Abschiebung in fremdes Land

Großeinsatz der Polizei im Kreis Göttingen gegen libanesischen Bürgerkriegsflüchtling

Reimar Paul

Die Dorfstraße von Ossenfeld im Kreis Göttingen ist gesperrt. Ein Sondereinsatz-Kommando der Polizei macht sich zum Sturm auf ein Haus in der Ortsmitte bereit. Auf dem Grundstück rangeln Beamte, Flüchtlinge und ihre Unterstützer. Es setzt Tritte und Schläge, mehrere Menschen erleiden Verletzungen. Der dramatische Polizeieinsatz am Mittwoch dieser Woche galt Ahmed Saado. Der 44jährige, der vor fast 20 Jahren vor dem Bürgerkrieg im Libanon nach Westdeutschland floh, soll abgeschoben werden – in die Türkei. Die Behörden unterstellen dem mehrfachen Familienvater, bei seiner Einreise falsche Angaben über seine Identität gemacht zu haben. Sein Anwalt hat einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingereicht, um die Abschiebung doch noch abzuwenden.

Nach Angaben der Polizei entwickelten sich die Geschehnisse in Ossenfeld »eher zufällig«. Die Beamten hätten zunächst wegen eines Trickdiebstahls ermittelt, der Tat verdächtig sei einer der Söhne Saados. Bei der gep...

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