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23.03.2005 / Inland / Seite 15

Bleibt rote Fahne tabu?

65 000 zumeist sowjetische Kriegsgefangene wurden im Stalag 326 bei Bielfeld ermordet.Überlebende fordern, Ehrenmal in ursprünglichen Zustand zu versetzen

Merle Bode

Nach dem Eintreffen der US-Armee im Stalag 326 in Stukenbrock bei Bielefeld, berichtete der US-Kriegsberichterstatter John Mecklin am 2. April 1945 von »8 610 vor Hunger wahnsinnig gewordenen Gefangenen, die wie Tiere in Dreck und Elend gehalten« wurden. 65 000 Gefangene hatten das Lager seit 1941 nicht überlebt, ihre Körper wurden auf dem heutigen Sowjetischen Soldatenfriedhof in 36 Massengräbern verscharrt.

Im Juli 1941 brachten deutsche Offiziere mehr als 7 000 sowjetische Kriegsgefangene nach Stukenbrock, dort mußten sie das Lager aufbauen. Anfangs schliefen sie unter freiem Himmel oder in selbstgebauten Erdhöhlen und hatten nur Laub und Rinde von den Bäumen zu essen. Ausgelegt für 100 000 Menschen gingen bis 1945 etwa 300 000 Menschen durch das Arbeitslager. Das Stalag 326 war einerseits Durchgangslager für den Einsatz in Stahlwerken und im Ruhrbergbau, andererseits versorgte es den Regierungsbezirk Minden und das Land Lippe mit Arbeitskräften.

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