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26.02.2005 / Inland / Seite 9

Politischer Außendienst

Konzernmitarbeiter mit Abgeordnetenmandat lassen sich meist nicht nur weiter von der Firma bezahlen. Das Beispiel Bayer AG zeigt, wie sie dies mit Lobbydiensten vergelten

Udo Hörster

Im Jahr 2003 berichteten regionale Medien über einen Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Karl Kress beim Bayer-Konzern. Glaubt man den Pressedarstellungen, war der Politiker damals von den Klagen des Unternehmens über das geplante Chemikaliengesetz der EU so beeindruckt, daß er sie unbedingt auch seinen Kollegen zu Gehör bringen wollte. Er stellte den Kontakt zu EU-Parlamentariern her, die sich dann aus dem Munde des Bayer-Managers Wolfgang Große Entrup einen Vortrag zum Thema anhören konnten.

Was die Journalisten nicht wußten: Karl Kress war per Arbeitsvertrag an den Chemie- und Pharmakonzern gebunden. Das allerdings kam erst im Zuge des Skandals um die »Nebentätigkeiten« von Laurenz Meyer, Hermann-Josef Arentz und Co. Ende 2004 heraus. Der Öffentlichkeit erschien es damals jedoch, als habe sich ein nur seinem Gewissen verpflichteter Abgeordneter beim Zusammentreffen mit einem Industrieboß eine Meinung gebildet und diese dann zur Grundlage seines pol...

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