27.01.2005 / Inland / Seite 5

Ein Scherbenhaufen

Jenaer-Glas-Haushaltssparte entbehrlich. Thüringer Arbeitsplätze und prämierte »Globo«-Kanne Opfer der Globalisierung: China produziert billiger

Günter Platzdasch

Liebhaber von Jenaer Glas, hitzebeständigen Kannen, Teeservice und Schalen, werden sich demnächst bei Ebay-Auktionen umschauen müssen. Denn am Mittwoch teilte die Schott-Konzernzentrale in Mainz mit, aufgrund mehrjähriger Verluste in Millionenhöhe solle die seit 1918 in der Saalestadt fabrizierende Haushaltsglas-Sparte zum 31. Dezember 2005 geschlossen werden – auch wenn man auf das erfolgreichste Geschäftsjahr seit der Wende zurückblicke. Erst hatten sich die Carl-Zeiss- und Schott-Werke von dem alten, lästigen Stiftungsstatut Ernst Abbes befreit (in dem beispielsweise geregelt war, daß Vorstände nicht mehr als das Zehnfache des Durchschnittseinkommens langjähriger Arbeiter erhalten durften) und sich 2004 in eigenständige, nur den Dividenden verpflichtete Aktiengesellschaften umgewandelt. Dann gab es am 14. Januar ...

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