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19.01.2005 / Feuilleton / Seite 12

Irgendwie antikapitalistisch

Wie blöd sind die Institutionen? Neue politische Kunst als Avantgarde oder Rückzugsgefecht? Eine Konferenz im Berliner Künstlerhaus Bethanien

Florian Neuner

Wenn man den Referenten der »Klartext!«-Konferenz im Berliner Künstlerhaus Bethanien am Wochenende so zuhörte, konnte man denken, die alte avantgardistische Utopie einer Aufhebung der Kunst in Lebenspraxis wäre gar nicht schwer umzusetzen. Denn dann wäre etwa Ladendiebstahl eine legitime Praxis, dann würde das US-amerikanische Chemie-Unternehmen Dow nach 20 Jahren doch noch Verantwortung für die Giftkatastrophe im indischen Bhopal übernehmen, dann würde man den Opfern von polizeilicher Willkür Gehör schenken und nicht den routinierten Ausflüchten der Staatsgewalt. Möglich ist das aber vorerst – oder nur noch, je nach Sichtweise – in den Räumen der Kunst.

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Auch wenn die politische Kunst von heute auf die Straße drängt, den Schutz der Institutionen benötigt sie eben doch. »Bei euch ist es Kunst, die Unterschichten werden bestraft«, meinte denn auch ein sich dem autonomen Spektrum zurechnender Zuhörer. Aber wo ist heute die Unterschicht...



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