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19.01.2005 / Inland / Seite 3

Vermeintliche Goldgräberstimmung

Der vielbeschworene Vormarsch von Privatschulen stößt an Grenzen, die Lobbyisten lieber unter den Tisch kehren

Ralf Wurzbacher

Des einen Leid ist des anderen Freud. Während Bildungspolitiker, Lehrer, Schüler, Eltern und Schulleiter nach der neuerlichen PISA-Abreibung für das deutsche Bildungssystem ihre Wunden lecken, hört man andernorts die Champagnerkorken knallen. »Privatschulen auf dem Vormarsch«, »Seit PISA geht es mit Privatschulen steil bergauf« und »Privatschulen gefragt wie nie« – Ob Westdeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau oder Springers Welt, der Ausweg aus der deutschen Bildungskrise scheint vorgezeichnet und wird schlagzeilengewaltig in die Köpfe gehämmert. Wozu sich noch länger Gedanken machen, wo die Patentlösung doch so naheliegt? Wenn der Staat seine Hausaufgaben nicht macht, müssen die Privaten in die Bresche springen. So wird Goldgräberstimmung herbei- und das öffentliche Schulsystem kaputtgeschrieben.

Richtig ist, daß die Zahl der Privatschulen gestiegen ist. Falsch ist es, aus dem Anstieg eine Kulturrevolution herauszulesen. Von 1992 bis 2003 wuchs die...

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