Gegründet 1947 Sa. / So., 19. / 20. Oktober 2019, Nr. 243
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
15.01.2005 / Wochenendbeilage / Seite 15

Eberts Terrortruppe

Vor 86 Jahren wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet. Nicht von marodierenden Freikorpssoldaten, sondern auf Betreiben der SPD-Führung

Klaus Gietinger

Die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts wird meist als Tat einer anonymen Soldateska oder irgendwelcher Freikorpsoffiziere dargestellt, so auch in der jW vom Montag. Das ist nicht mal die halbe Wahrheit. Es waren Regierungstruppen. Sie hatten den Auftrag, die »Novemberrevolution« von 1918 zu zerschlagen. Auftraggeber waren die, die durch die Revolution an die Macht gekommen waren: Mehrheitssozialdemokraten, wie sie nach der Spaltung im Ersten Weltkrieg genannt wurden. Die drei wichtigsten hießen Ebert, Noske und Scheidemann. Sie haßten die Revolution »wie die Sünde« (Ebert) und wollten sie daher auch entsprechend behandeln.

Eine Revolutionsregierung, die die eigene Gegenrevolution inszeniert, ist einmalig in der Geschichte. Doch es gab auch eine Vorgeschichte.

Die führenden SPDler hatten um 1900 ein großes Problem. Sie wollten nicht mehr »vaterlandslose Gesellen« (Bismarck) sein. Vergessen war die Marxsche Losung, die Proletarier haben ...



Artikel-Länge: 8266 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €