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30.12.2004 / Inland / Seite 3

Volle Kraft voraus

Energie, Empörung und Emphase: Der Künstler Alfred Hrdlicka arbeitet figurativ – und ist Gast bei der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2005

Alfred Hrdlicka ist Wiener Maler, Bildhauer und Graphiker. Und eine kommunistische Einmann-Partei, nachdem er 1956 die den sowjetischen Einmarsch in Ungarn begrüßende KPÖ verlassen hatte. Der früher einmal bekannte Feuilletonist Fritz J. Raddatz nannte ihn einmal einen »Eurostalinisten«. Für Hrdlicka ist dieses Wortspiel »eine sinnwidrige Zusammenfügung, da ja in Wahrheit Stalinisten und Eurokommunisten einander spinnefeind waren« und »im Hinblick auf die leidigen Fraktionskämpfe der kommunistischen Parteien« eine »antifraktionelle Position« einnimmt.

Mit dem emphatischen Bumbum, mit dem die Aufschläge des frühen Boris Becker bedacht wurden, haut er auf die Kacke und schafft figurative Empörung. In Wien wollte man in den Achtzigern seine Skulptur des Straße waschenden Juden sowenig ertragen wie 1967 sein Denkmal für Karl Renner, gegen das sich prompt eine »Liga gegen entartete Kunst« bildete. Als alle diese Antisemiten, Kryptofaschisten und »Mir-woarn...

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