17.11.2004 / Thema / Seite 10

Das »letzte Mittel«?

Folter führt nicht zur Rettung von Menschenleben, sondern nach Abu Ghraib. Vor dem Daschner-Prozeß in Frankfurt/Main

Wolf Wetzel

Im Zuge einer Fahndung nach Personen, die den elfjährigen Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler entführt hatten, wurde am 30. September 2002 Magnus Gäfgen als Tatverdächtiger festgenommen und vernommen. Tags darauf ordnete der Polizeivizepräsident in Frankfurt am Main Wolfgang Daschner die Androhung der Folter und gegebenenfalls deren Anwendung an. Man wollte den Tatverdächtigen »zum Sprechen bringen«. Noch am selben Tag dokumentierte Daschner diesen Rechtsbruch in einer Aktennotiz und informierte den zuständigen Staatsanwalt Rainer Schilling.

Drei Monate später wurde ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet wegen des Verdachts auf »Aussageerpressung«, was gleichbedeutend ist mit Folter. Im Februar 2004 ließ die Staatsanwaltschaft diesen Vorwurf fallen.

Am 18. November 2004 stehen ein namentlich nicht genannter Kriminalhauptkommissar und Exvizepolizeipräsident Daschner wegen »Nötigung« bzw. »Anstiftung zu einer Tat« vor dem Landgericht Frank...



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