02.10.2004 / Wochenendbeilage / Seite 15 (Beilage)

Der Ruf »Keine Gewalt«

Die Genese der Montagsdemonstrationen und der Opposition in der DDR im Herbst 1989

Sebastian Gerhardt

Mit den Schlupflöchern in Ungarn änderte sich im Sommer 1989 die politische Geographie der DDR. Keine Informationspolitik konnte das verheimlichen. Die Ausreiser wurden zum Symbol der Krise des Landes wie der Machtlosigkeit seiner Führung. Im Lande traten zunehmend »unkontrollierbare« Diskussionen auf, in denen immer mehr Menschen Handlungsfähigkeit einforderten – für sich und andere. Doch der unmittelbaren Konfrontation mit der Staatsmacht wichen die meisten aus, mit zwei Ausnahmen: das widerständige Milieu mit den oppositionellen Gruppen einerseits und die Ausreiser andererseits. Wohl schloß die Perspektive der Ausreiser Veränderungen im Lande aus. Sie wollten das Land verlassen und nicht ändern. Aus sich heraus waren sie daher nicht in der Lage, Formen politischen Widerstands zu entwickeln. Doch auf ihrem Weg in den Westen mußten sie Widerstände in der DDR überwinden und bildeten – insofern – Verbündete der sich formierenden Opposition. Die geschlossen...

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