Gegründet 1947 Dienstag, 16. Juli 2019, Nr. 162
Die junge Welt wird von 2201 GenossInnen herausgegeben
29.09.2004 / Inland / Seite 15

Vorläufiges Ende einer Rufmordkampagne

Neues Rechtsgutachten entlastet angeblich in Euthanasieprogramm der Nazis verwickelte DDR-Medizinprofessorin

Stefan Otto

Die Ostthüringer Zeitung (OTZ) teilte es am 21. September mit: Zwei vom Landgericht Gera in Auftrag gegebene Gutachten stellten eine Anklageschrift gegen die Jenaer Medizinprofessorin Rosemarie Albrecht »völlig in Frage« und blamierten die Staatsanwaltschaft »bis auf die Knochen«. Letztere hatte gegen die 89jährige im Januar Anklage wegen Mordes erhoben. Dies ist das vorläufige Ende einer mehr als vierjährigen medialen Rufmordkampagne gegen eine Professorin, die zu DDR-Zeiten als »Verdiente Ärztin des Volkes« hoch geehrt war und als Direktorin der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena lange Jahre den Lehrstuhl für dieses Fach innehatte. Der Vorwurf gegen Albrecht lautete, sie sei in das »Euthanasie-Programm« der Nazis verstrickt gewesen.

Es begann im Mai 2000 mit einer Anzeige von Jürgen Haschke, thüringischer Landesbeauftragter für die »Stasi-Unterlagen«. Er stützte sich dabei auf ein Material des Mi...

Artikel-Länge: 4940 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €