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25.09.2004 / Feuilleton / Seite 12

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War der Entdecker des Nordpols schwarz? Ist die Geschichte weiß? Und was hat das mit Deutschland zu tun? Die Berliner Ausstellung »Black Atlantic« gibt Auskunft

Timo Berger

Eine schwarze Frau geht auf einen Geröllstrand zu. Sie ist nur in ein weißes wallendes Tuch gehüllt. Hinter ihr liegen Eisfelder, vor ihr der Atlantik. Ihre Wanderung durchs ewige Eis in Isaac Juliens Filminstallation »True North« (2004) hinterläßt einen ambivalenten Eindruck: Zum einen bebildert sie die Schönheit nordischer Landschaft, zum anderen entwirft sie eine alternative Vision von Entdeckungsreisen. Der Wettlauf zu den Polen stellte die letzte Etappe der imperialen Expansion Europas dar. Der Polarstürmer Robert Peary wurde auf seinen zahlreichen Expeditionen von Matthew Henson (1866–1955) begleitet, einem schwarzen Nordpol-Erforscher, der fließend Inuit sprach. Dreißig Jahre nach dem Tod Pearys behauptete Henson 1948 in einem Erfahrungsbericht über die Expeditionen, er selbst wäre als erster am Nordpol gewesen. »True North« spielt auf die Aussagen Hensons an und setzt eine Art Gegen-Erinnerung filmisch in Szene.

Juliens 16minütige Filminstalla...

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