Der Schwarze Kanal
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22.09.2004 / Inland / Seite 15

Mitnahmementalität

Berlin: Ausstellung über Zwangsarbeit – speziell für den Flick-Konzern – eröffnet. PDS-Kultursenator Flierl findet sie genauso wichtig wie Flicksche Kunstsammlung

Angela Martin

»Hier begann die Hölle.« Alles andere war nicht so schlimm für Jerzy Jelinski. Weder die Razzia in seiner polnischen Heimatstadt Lodz, wo man den 15jährigen in seiner Straße aufgegriffen und umgehend nach Deutschland verschleppt hatte. Auch nicht die Zwangsarbeit in einer Schießpulverfabrik in Neustadt an der Dosse, obwohl er dort ständig Fieber hatte. Die Hölle begann in der Eisengießerei der Spandauer Stahlindustrie GmbH. »Nach jedem Gießvorgang mußte ich die alten Schamottsteine herausreißen und neue einmauern. Die Hitze war unerträglich.« Dazu kamen ständiger Hunger, überfüllte Baracken voller Wanzen und die Angst vor den Luftangriffen. Bis vor kurzem wußte Jelinski nicht, daß das Stahlwerk, in dem er gnadenlos ausgebeutet wurde, ein Unternehmen des Flick-Konzerns war. Die Ausstellung »Zwangsarbeit in Berlin + Das Beispiel Flick« informiert über das Flicksche Industrieimperium während der Nazizeit und den massenhaften Zwangsarbeitereinsatz. Dazu haben...

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