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21.09.2004 / Inland / Seite 3

Der Osten tickt anders

Durch die Wahlen in Brandenburg und Sachsen ist die Legitimationsbasis der westdeutschen »Volksparteien« weiter geschrumpft

Rainer Balcerowiak

Man hat selten einen strahlenderen Verlierer gesehen als Brandenburgs Minsterpräsidenten Matthias Platzeck. Trotz deftiger Stimmenverluste von 7,4 Prozent und dem schlechtesten Ergebnis der SPD seit den ersten Landtagswahlen 1990 sitzt die Galionsfigur der Ost-SPD fester im Sattel denn je. Gleich zwei Parteien, die ebenfalls deutlich geschwächte CDU und die gestärkte PDS, dienerten sich Platzeck noch in der Nacht als Koalitionspartner für die nächste Legislaturperiode an. Dieser kann jetzt die Preise diktieren. So müßte die CDU wohl ihr Steckenpferd grundständiges Gymnasium wieder in der Mottenkiste verstauen, während die PDS-Spitze im Falle einer Regierungsbeteiligung den Großflughafen Schönefeld endgültig abzunicken hätte. Für Platzeck sollte eine Koalition mit der PDS einen gewissen Charme haben. Als ideologischer Begleiter und Vollstrecker sozialer Kahlschlagspolitik ist die Partei nahezu unverzichtbar, wie die Berliner Regierungspraxis zeigt. Eine Ne...

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