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20.09.2004 / Feuilleton / Seite 3

Alles paßt wunderbar

Kein Faschismus, überall nur Kunst: Moralisch ausgeruht wie immer eröffnet der Bundeskanzler morgen abend in Berlin die »Friedrich Christian Flick Collection«

Christof Meueler

»Ich kann beim besten Willen kein Hakenkreuz entdecken« heißt ein Bild von Martin Kippenberger von 1984. Diese Verballhornung der postfaschistischen Sitten und Gebräuche Westdeutschlands sieht aus wie ein Scherz über den kubistischen Kandinsky: Nichts Genaues weiß man nicht. Den Besuchern der »Friedrich Christian Flick Collection«, die der Bundeskanzler morgen im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin eröffnet, wird es ähnlich gehen. Kein Faschismus, Nurkultur an den Wänden. Sogar teilweise ziemlich gute – schönes, wildes Zeug des späten 20. Jahrhunderts. Berlin bekommt es nicht geschenkt, sondern für sieben Jahre geliehen vom Enkel und Erben des Mannes, der unter den Nazis den größten Privatkonzern Deutschlands besaß: Friedrich Flick. Er baute ihn auf mit Bestechung, Arisierung, Rüstungsindustrie und Sklavenarbeit. Als Kriegsverbrecher vorzeitig aus der Haft entlassen, war er 1960 wieder der reichste Mann Deutschlands. Sein Sohn Friedrich Karl Flick verkauf...

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