18.09.2004 / Feuilleton / Seite 12

Skaliertes Übel

Geteilt und beherrscht: Es irrt, wer meint, echter Reggae sei schwulenfeindlich

Robert Kneschke

* Vor wenigen Tagen bestätigte die jamaikanische Polizei gegenüber der BBC, daß gegen den Reggae-Sänger Buju Banton Haftbefehl erlassen wurde: Er soll an einem Überfall auf zwei Schwule aus Kingston beteiligt gewesen sein.

(jW)


»Ich sage: Bang, Bang / In einen Schwulenkopf. / Harte Jungs wollen keine ekligen Männer. / Sie müssen sterben, / Das ist keine große Sache. / Wenn mir einer zu nahekommt, muß seine Haut dran glauben. / Verbrennt ihn wie einen alten Autoreifen.« Im Original klingt dieser Aufruf zur Gewalt so: »Me Say Boom bye bye / Inna batty bwoy head / Rude bwoy no promote the nasty man / Dem haffi dead / Dis is not a deal / Guy come near we / Then his skin must peel / Burn him up bad like an old tire wheel«.

Der Reggae-Sänger Buju Banton schrieb den Song »Boom Bye Bye« 1992. In seinem Heimatland Jamaika verstanden alle: Das ist ein Song gegen Schwule. Solche Songs sind dort so alltäglich wie die reale Gewalt auf den Straßen gegen H...






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