17.08.2004 / Inland / Seite 6

Abschiebung gescheitert

Kreis Göttingen will trotz Krankheit des Betroffenen dessen Familie auseinanderreißen

Reimar Paul

Wegen einer Krankheit ist die Abschiebung eines Flüchtlings aus dem Kreis Göttingen in die Türkei buchstäblich in letzter Minute gescheitert. Der 44jährige Ahmed Saado habe auf dem Flughafen Hannover einen Zusammenbruch erlitten und sei in ein Krankenhaus der niedersächsischen Landeshauptstadt gebracht worden, sagten Angehörige am Montag gegenüber jW. Saado wurde den Angaben zufolge in den vergangenen Jahren mehrfach am Herzen und am Magen operiert.

Mitarbeiter der Ausländerbehörde hatten versucht, den Mann in der Wohnung der Familie in dem Dorf Ossenfeld bei Göttingen in Gewahrsam zu nehmen. Mehrere Söhne wehrten sich gegen den Einsatz, es kam nach Angaben von Augenzeugen zu Rangeleien und gegenseitigen Beschimpfungen. Erst nach eineinhalb Stunden und nachdem rund 15 Polizisten zur Verstärkung eingetroffen waren, konnte Saado in Handschellen gelegt und in einem Kleinbus abtransportiert werden. Die Ehefrau...

Artikel-Länge: 2858 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe