01.06.2004 / Feuilleton / Seite 14

Kultur-NATO

Heute wird der Frontstadtkämpfer Melvin J. Lasky in Berlin beerdigt

Günter Platzdasch

Ein Kämpferherz hat aufgehört zu schlagen – »Schalom, Chaver!« (Lebewohl, Kamerad) riefen Gesine Schwan, Arnulf Baring, Henryk M. Broder, Joachim Gauck, Monika Maron u.a. ihm in einer Traueranzeige nach. Der am 15. Januar 1920 in New York geborene Melvin J. Lasky war Regisseur und Hauptdarsteller des Kalten Kriegs in der einstigen Frontstadt Berlin, wo er am 19. Mai starb. Dieses Ereignis wird am heutigen Dienstag um 11 Uhr auf dem Berliner Waldfriedhof Heerstraße zu einer Heerschau alter Kämpfer führen.

Lasky wurde nach trotzkistischen Anfängen (einige seiner ex-trotzkistischen Freunde sind heute neokonservative Vordenker in den USA) Herausgeber des New Leader, einer linken, antistalinistischen, jüdischen Zeitschrift. Er gehörte zu den ersten, die das befreite KZ Dachau betraten. Als US-Army-Kulturoffizier kam er nach Berlin. In Westberlin wurde er Korrespondent für US-Zeitschriften und erregte international Aufsehen, als er mit James Burnham (der 195...

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