08.03.2004 / Feuilleton / Seite 14

Karl Marx und Mark Twain

Mit Paul M. Sweezy ist der führende US-Theoretiker der kapitalistischen Entwicklung gestorben

Günter Platzdasch

Das Wall Street Journal titulierte ihn 1972 als »Ziehvater radikaler Ökonomen«, er gehörte zur Suhrkamp-Kultur und fehlte in keinem Bücherregal der Westlinken: Paul Marlor Sweezy. Der bekannteste Marxist der USA starb am 27. Februar im US-Bundesstaat New York. Am 10. April wäre er 94 Jahre alt geworden. Die renommierte internationale marxistische Zeitschrift Monthly Review ist sein Werk.

Sweezy hatte als Mitglied der »Liga gegen Faschismus und Krieg« Stalins Moskauer Prozesse in einem »Offenen Brief an die amerikanischen Liberalen« verteidigt. Zur gleichen Zeit begann seine wissenschaftliche Laufbahn mit einer Doktorarbeit über das britische Kohlekartell (1937). Er lehrte an Eliteuniversitäten, an der London School of Economics und an der Harvard-Universität, wo der Sänger Pete Seeger sein Schüler und der Ökonom Joseph Schumpeters sein Mentor war. Dieser konservative Theoretiker der »schöpferischen Zerstörung«, der bei der Zerschlagung der DDR-Ökonomie...

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