27.02.2004 / Ausland / Seite 8

Vorolympischer Start in den Polizeistaat

Griechenland: Internationale Geheimdienste bereiten auf ihre Art die Spiele vor

Heike Schrader, Athen

Giftgasanschläge in der U-Bahn, Selbstmordattentäter im Olympiastadion oder die Geiselnahme auf einem Kreuzfahrtschiff im Hafen Piräus – das sind nur einige der Horrorszenarien, gegen die sich die Verantwortlichen für die Sicherheit der Olympischen Spiele in Athen rüsten. Mehrere hundert Millionen Euro und mehr als 40 000 Mann, darunter 6 000 Freiwillige der Armee, hat Griechenland aufgeboten, um die Spiele gegen »ausländische Terroristen und einheimische Anarchisten« zu schützen. Aber auch die anderen Mitglieder der Front der mehr oder weniger Willigen im »Kampf gegen den internationalen Terrorismus« wollen ihr Scherflein beitragen. Ohnehin gilt Griechenland in EU und NATO bisher noch als unzuverlässig, wenn es um die Kontrolle seiner Bewohner und die Verteidigung des Gewaltmonopols des Staates geht. Da kommt eine realistische Furcht vor Anschlägen während der Olympischen Spiele gerade recht, um den Griechen die Segnungen des Polizeistaates näherzubringe...

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