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05.02.2004 / Inland / Seite 6

Spirale der Gewalt

Ursachen der Kriminalität werden konsequent verdrängt

Ulla Jelpke

Ein schockierender Vorfall in einer Berufsschule in Hildesheim (Niedersachsen) hat der Diskussion um die richtige Reaktion auf jugendliche Gewalttaten neuen Stoff gegeben. Es wird weithin verdrängt, daß Aggressionen meist eine Reaktion auf soziale Probleme und persönliche Perspektivlosigkeit sind, aber auch mit der eigenen Gewalterfahrung Jugendlicher zu tun haben kann, wenn sie selbst mit Schlägen und Gewalt groß geworden sind. Diese Ursachenforschung ist mühsam; Hilfestellungen für solche Jugendlichen erfordern Zeit und Geld. Der Ruf nach härteren Strafen wird immer lauter, der scheinbar bequemer Lösungsweg.

In der Tat sind die Anfang der Woche bekanntgewordenen Mißhandlungen und Quälereien, die ein 18jähriger Berufsschüler in Hildesheim von fast allen Klassenkameraden erdulden mußte, nahezu ohne Beispiel. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim informierte, der Schüler sei 17 Wochen lang mit Tritten, Faustschlägen sowie Schlägen mit Stöcken oder Kabelbin...

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