13.01.2004 / Thema / Seite 10

Keinerlei Entschädigung

Vor hundert Jahren erhoben sich die Herero gegen die deutsche Kolonialherrschaft. Der Aufstand wurde niedergeschlagen in einem der blutigsten Kolonialkriege der Geschichte, dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen (Teil II und Schluß)

Claus Kristen

Wie wurde mit den überlebenden Herero verfahren? An den politisch-strategischen Überlegungen des Generals von Trotha läßt der deutsche Generalstab keine Zweifel: Trotha »hielt die Annahme einer mehr oder minder freiwilligen Unterwerfung, die die Möglichkeit eines Wiederaufbaus der alten Stammesorganisation geboten hätte, für den größten politischen Fehler, der sich über kurz oder lang wieder blutig rächen würde. Er sah in der ganzen Aufstandsbewegung im deutschen Schutzgebiet das erste Anzeichen eines Rassenkampfes, mit dem alle am afrikanischen Kolonialbesitz beteiligten europäischen Mächte zu rechnen hätten. Bei dieser Sachlage mußte jede Nachgiebigkeit auf deutscher Seite dem Gedanken, daß Afrika seinen Bewohnern allein gehöre..., neue Anhänger zuführen. Der Kampf mußte also weitergeführt werden, solange überhaupt die Möglichkeit eines Wiederauflebens der Widerstandskraft der Herero vorhanden war.«1)

Die Herero kannten den Weg durch die Omaheke in da...

Artikel-Länge: 16393 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe