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03.01.2004 / Thema / Seite 8

Altes Eisen

Die Bildhauerin Franziska Schwarzbach und das Nachwende-Schicksal der Kunstgießerei Lauchhammer

Julia Dimitroff

Es war Anfang der achtziger Jahre, als die Bildhauerin Franziska Schwarzbach beschloß, nicht länger zu warten. Im Kofferraum ihres Trabbis lag – wohlverpackt – eine Wachshohlform: »Das Geschwisterporträt«. Wäre es nach der DDR-Bürokratie gegangen, hätte sie für den Guß eine Genehmigung gebraucht, die nach Materialkontingent und staatstragender Wichtigkeit der zu gießenden Kunst verteilt wurde. Vielleicht hätte sie fünf Jahre warten müssen; ohne Genehmigung wäre überhaupt nichts gegossen worden.

Franziska Schwarzbach hatte weder eine Genehmigung noch fünf Jahre Zeit. Wachsformen dürfen nicht lange liegen bleiben. Das Material ist wärmeempfindlich und verzieht sich schnell. So machte sie sich also selbst auf den Weg nach Lauchhammer in die Kunstgießerei, was kein kleines Wagnis war. Doch sie hatte Glück. Der Chef hieß Wermut und fragte nicht nach der Gußgenehmigung oder einem offiziellen Auftrag. Er schickte sie mit ihrem Wachsmodell gleich in die Werkstat...

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