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03.01.2004 / Feuilleton / Seite 12

Indifferenz als Differenz

Die Politik liegt flach: Ein Lob der Politikverdrossenheit (Teil II)

Franz Schandl

Wählen unterstellt, eine Auswahl zu haben, die sich von einem Sortiment im Supermarkt dahingehend unterscheidet, daß es an Prinzipien und Programmatiken hängen soll. Doch ist dem so? Ist die Wahl zwischen Gusenbauer und Schüssel, zwischen Stoiber und Schröder grundsätzlich eine andere als zwischen Rama und Vita, Pepsi und Coke, Obi und Baumax? Eigentlich ist solche Benennung abgeschmackt, denn das weiß inzwischen jedes Kind. Warum bleiben aber partout entschiedene Konsequenzen aus?

Wenn der Wiener Politologe Emmerich Talos sagt: »Die Sozialdemokratie ist von den Konservativen und Liberalen nicht mehr unterscheidbar« (Volksstimme 35/1999), warum sollen dann die zur Entscheidung Getriebenen zwischen ihnen auswählen? Welchen Kriterien sollen sie da folgen? Warum sollen sie sich nicht gegen den substantiell-einheitlichen Block formieren, statt in dieser Ununterscheidbarkeit Unterscheidungen zu treffen? Wo Indifferenz ist, sollte Differenz sich nicht halluzi...

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