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22.01.2022 / Geschichte / Seite 15

Der letzte Beamtenstreik

Vor 100 Jahren forderten untere Eisenbahnbeschäftigte einen Inflationsausgleich. Reichspräsident Ebert verbot den Ausstand und drohte mit Gefängnis

Leo Schwarz

Die Entscheidung für einen Streik hatte sich abgezeichnet. Am 24. Januar war ein »Ultimatum« beschlossen worden. Als dieses verstrichen war, trat am Nachmittag des 31. Januar 1922 der Hauptvorstand der Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten und -anwärter zusammen und beschloss in einer Sitzung von – laut Teilnehmern – »außerordentlich langer Dauer« und nach »sehr lebhaften Auseinandersetzungen« in den frühen Morgenstunden des Folgetages, in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar in den Ausstand zu treten. Das Ziel des Streiks war in der Hauptsache ein Inflationsausgleich bei der Besoldung des fahrenden Personals – insbesondere der Lokführer. Rechtlich gehörte diese Berufsgruppe zu den Gehaltsempfängern, also zu den Beamten, ihrer sozialen Lage nach aber zur Arbeiterklasse, die durch die rasch voranschreitende Teuerung, die die Löhne von Woche zu Woche schneller auffraß, mehr und mehr verelendete.

Zu einer politischen Machtfrage wurde dieser Streik aus ...

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