12.11.2003 / Feuilleton / Seite 13

Wo die Chemie stimmt

Revisionistische Geschichtsbilder einer Ausstellung: In Frankfurt/Main entsorgt eine Universitätsleitung die Vergangenheit des ehemaligen IG-Farben-Hauptgebäudes

Peer Heinelt

Im Oktober 2001 erklärte die Pressestelle der Universität Frankfurt/Main unter dem Titel »Geschichte transparent gemacht« eine Dauerausstellung zur ehemaligen Frankfurter Zentrale des IG-Farben-Konzerns für eröffnet, welche nach jahrzehntelanger Nutzung durch die US-Armee heute die geisteswissenschaftlichen Fachbereiche der Hochschule beherbergt. Dem gewöhnlichen Passanten dürfte die Geschichte des Gebäudes allerdings kaum transparent sein. Abweisend und bedrohlich wirkt der leicht erhöht gelegene Bau. Ein hoher Metallzaun und uniformierter Wachschutz verwehren der außeruniversitären Öffentlichkeit den Zutritt. Von außen erinnert nichts daran, daß hier während des Zweiten Weltkriegs Raub- und Vernichtungsprojekte geplant und koordiniert wurden; über dem Haupteingang thront der Schriftzug »Johann-Wolfgang-Goethe-Universität«, die nahegelegene Bushaltestelle heißt schlicht »Oberlindau«.

Überhaupt tut sich die Universitätsleitung schwer mit der Erinnerung a...

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